Interview mit Otmar Trenk, CEO der Hamburger BEEsharing GmbH

“Professionelle Bestäubung steigert den Ertrag erheblich – Verzicht auf gezielte Bestäubung kostet Ertrag und Qualität”

 

Otmar Trenk ist Gründer, CEO und Bestäubungsimker der BEEsharing GmbH. Das Unternehmen hat mit beesharing.eu ein webbasiertes Netzwerk etabliert, das Imker und Obstbauern zusammenführt.

Redaktion: Herr Trenk, was ist die Schlüsselbotschaft von BEEsharing für Obstbauern?

Trenk: Auf den Punkt gebracht: Professionelle Bestäubung steigert und sichert die Erträge sowie die Qualität der Früchte. Die kontrollierte Bestäubung führt nachweislich zu gesünderen und besseren Früchten. Dies hat nicht nur positive Auswirkungen auf die Vermarktungs-, sondern ebenso auf die Lagerungsfähigkeit der Erzeugnisse. Weiterhin wirkt sich die Bestäubung auch positiv auf die Kostenseite aus. Gesündere Früchte sind strapazierfähiger und bedürfen weniger Pflanzenschutzanwendungen. Das gleichmäßige Abblühen der Flächen hat zudem eine gleichmäßige Fruchtbildung zur Folge und somit auch besser planbare und bestenfalls kürzere Zeiträume für notwendige Arbeitsmaßnahmen auf den Anbauflächen.

Redaktion: Warum ist eine professionelle Bestäubung überhaupt notwendig?

Trenk: Die Bestäubung durch Wildbienen hat in den letzten Jahren abgenommen, sie ist oft nicht mehr zuverlässig und fast nie optimal. Das kostet den Obstbauern Ertragschancen bei der Qualität und Quantität seiner Ernte. Um das zu ändern, führen wir in unserem internetbasierten Netzwerk die Obstbauern, die in ihren Plantagen Bienenstöcke zur Verbesserung der Bestäubungsqualität aufstellen möchten, unkompliziert mit Imkern zusammen.

Redaktion: Was muss der Obstbauer dafür tun – wie funktioniert das Netzwerk?

Trenk: Interessierte Obstbauern können sich kostenfrei online registrieren oder sich telefonisch bei uns melden. Bei der Anmeldung im Netzwerk werden Angaben zur Anbaufläche abgefragt. Mit wenigen Klicks wird der jeweilige Bestäubungsbedarf ermittelt. Im nächsten Schritt kann dann die erforderliche Anzahl der Bienen- bzw. Hummelvölker bei den registrierten Imkern angefragt werden. Der Obstbauer muss also nicht mehr mühsam selbst auf die Suche nach Imkern gehen.

Redaktion: Wie weit reicht Ihr Dienstleistungsangebot?

Trenk: Wir bieten sämtliche Bestäuber in drei Paketen mit abgestuften Leistungen an. Im Standardpaket gehört die webbasierte Ermittlung des Bestäubungsbedarfs und die Vermittlung von Bestäubern geprüfter Imker dazu. Im Premium- sowie im Premium-Plus-Paket gibt es eine noch umfassendere Beratung, beispielsweise zu Stellmustern und zur Abstimmung mit Pflanzenschutzplänen. Im Premium-Plus-Bereich ist die personelle Unterstützung zum Aufstellen und Umsetzen der Bienen inklusive.

Redaktion: Sie sprechen von „professioneller Bestäubung“. Wie unterscheidet sich diese von der bisherigen Zusammenarbeit von Imkern und Obstbauern?

Trenk: Aus unserer eigenen mehrjährigen Erfahrung sowie durch unseren fachlichen Background als Bestäubungsimker wissen wir, dass es mit dem einfachen Aufstellen von Bienenkörben am Rand der Kultur nicht getan ist. Im Rahmen unserer professionellen Bestäubung wird zunächst die konkrete Mikro- und Makrolage der Anbaufläche geprüft, um ein individuelles Bestäubungskonzept zu erstellen, dass auf die Bedingungen vor Ort zugeschnitten ist. Auf dieser Basis erstellen wir dann den optimalen Bestäubungs-Mix, der auch sortenspezifische Besonderheiten und die Lage von zur gleichen Zeit blühenden Kulturen in der Nachbarschaft berücksichtigt. Außerdem bieten wir die Entwicklung von Stellmustern an, mit deren Hilfe die Bienenvölker bestmöglich im Umfeld der Kultur platziert werden können.
Hinzu kommt unsere Fachberatung zu weiteren wichtigen Aspekten wie der aktuellen Witterungssituation, der Boden- und Luftfeuchtigkeit sowie die Abstimmung der Bestäubung mit anstehenden Pflanzenschutzanwendungen während der Blütezeit. An genau diesen Punkten entscheidet sich, ob eine Bestäubung auf Hobby- oder Profiniveau stattfindet.

Redaktion: Wo steht BEEsharing heute? Wieviel Hektar wurden 2017 über BEEsharing bestäubt und wie sehen Ihre Planungen für 2018 aus?

Trenk: 2017 haben wir 750 Hektar bestäubt. Für 2018 stehen uns bereits jetzt mehr als 14.000 Bienenvölker zur Verfügung. Damit wollen wir 2000 Hektar im Obstbau und 1250 Hektar Raps professionell bestäuben. Die Resonanz seitens der Obstbauern ist sehr gut, regional haben wir aber noch Kapazitäten frei. Interessenten sollten sich schnell registrieren, es gehen täglich neue Anfragen ein.

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